| TEST: Wozu braucht man ein Faltrad? Und wenn, warum ausgerechnet ein Brompton? | ||||||||||||||||||||
Man ist jetzt endlich in der Lage, jederzeit das Rad bei sich zu haben, egal ob man damit in ein Verkehrsmittel einsteigt, es im Auto transportiert oder gleich direkt darauf (ab)fährt. Da man ein Faltrad immer dabei haben kann, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten zur Kombination verschiedenster Fortbewegungsmittel. So kann man z.B. Teile des Arbeitsweges mit dem Faltrad absolvieren, in Kombination mit Auto und/oder öffentlichem Verkehrsmittel. Auch Boot-benützer dürften zu den meisten Käufern gehören. Das Faltmaß von 57 x 55 x 27 cm, bei einem Gewicht von nur 10-13 kg macht dann Sinn, wenn man bedenkt dass das fahrfertige Rad Fahreigenschaften fast wie ein "Großes" besitzt. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass es als ausgeklappte "Masse" sehr wenig Platz in Anspruch nimmt, so kann man, wenn es im Haus Platzprobleme beim Unterstellen eines Fahrrades gibt, immer noch ein Brompton locker in die noch so kleinste Wohnung stellen und muß auch dann nicht auf die Mobilität eines Rades verzichten. Durch die Unterbringung direkt zu Hause, am Arbeitsplatz oder im Cafehaus unter dem Tisch kann das Faltrad nicht gestohlen werden und bleibt im Falle dass es draussen regnet sogar trocken und sauber.
Wenn man bedenkt was es früher für "Klappräder" gegeben hat, wie das "Auto-Mini" und ähnliches, wie sie alle hießen, kein Vergleich mit den heutigen High-Tech Falträdern, weder im Preis noch in der Leistung: beides ist ungleich höher, viel Leistung = höherer Preis. Die modernen Falträder sind mit hochwertigen Komponenten bestückt und verfügen über spassmachende Fahreigenschaften. Wir testeten 3 Stück Brompton mit 3 verschiedenen Fahrern insgesamt 2 Jahre lang im Dauerbetrieb von September 2007 bis September 2009 auf Herz und Nieren, und zwar als Stadtrad, als Botendienstfahrrad und als Reiserad in Kombination mit Auto, Zug, Flugzeug und Schiff. Unser Fotograf Roman testete das Brompton P12-X Plus Titanium in der 2 x 3 x 2= 12 Gang a`la carte Variante mit "Schlumpfgetriebe", das Gewicht in dieser Ausführung liegt bei 12kg inkl. Nabendynamo; -ein Freund von ihm der Botendienst fährt probierte das gleiche Modell um etwas über EURO 2.000.- und ich testete das Brompton Modell M6R in der 2 x 3 = 6 Gang in der Standard (Original) Version um EURO 1.099.- (Stand 2009) mit einem Gewicht von 11,8kg in der Originalausführung. Die Varianten des Bromptons die wir testeten (Modelle 2007/2008) hatten schon serienmäßig Hochdruckreifen montiert die mit 6,8 Bar ganz schön Tempo machen können. Bei den Titanmodellen waren es pannensichere Kevlarreifen, auf allen drei Rädern sind die Brompton Original Reifen montiert. Alle unsere Testmodelle sind mit kompletter Stvo. Ausrüstung bestückt, die beiden Titanmodelle mit den leichtlaufenden "SON" Nabendynamos, die spürbar leichter laufen als der "AXA"-Leichtlaufdynamo des M6R. Die Lenkung ist zwar beim Brompton auch sehr direkt, so wie bei allen Falträdern, aber das typische Flattern des Vorderbaus wie es sehr viele der kleinen Flitzer haben, fällt hier nicht ins Gewicht, die Laufruhe bringt sofort ein Gefühl der Sicherheit mit sich. Sogar bei steilen Passabfahrten mit über 60 km/h tritt wegen des langen Radstands keine Beeinträchtigung des Fahrverhaltens auf, das Brompton liegt auch hier wie ein Brett auf der Strasse (gemessen mit einem Fahrradcomputer). Lediglich beim Bremsen wird einem Angst und Bange, aber Passüberquerungen sind ja nicht die Regel für einen Bromptonbesitzer.
Der Faltmechanismus ist trickreich, er funktioniert mit ausreichender Übung innerhalb von gut 20 Sekunden. Das heisst, auch wenn man nur ein Geschäft betreten möchte kann das Zusammenfalten schneller gehen als das Rad irgendwo anzusperren. Erster Schritt beim Faltvorgang:
Aber wo viel Licht ist, dort darf auch der "Schatten" nicht verschwiegen werden. Das Brompton ist in unseren Breiten ein 3 1/2 Jahreszeiten Fahrrad, zumindest, wenn so wie bei uns in manchen Wintern viel Schnee auf den Strassen liegt, denn dort wo es keinen Schnee gab, konnte das Rad immer glänzen. Bei Schnee allerdings wurde die Schaltung durch das hochgewirbelte Glitzerweiß zugeschmiert und es kam zum Totalversagen der Schaltfunktion, zumindestens bei den Varianten die wir getestet haben. Wer beim Kauf schon weiß, dass er auch bei "Winterwetter" fahren will, ist gut beraten, wenn er das "einfachste" Modell davon nimmt, am besten mit Profil- anstatt Slickreifen, auf jeden Fall ausschliesslich Nabenschaltung, Steckkotschützern und Batterielichtern statt Dynamobeleuchtung (auch der SON-Nabendynamo hatte bei unter minus -5° das Problem nach Fahrpausen "festgefroren" zu sein).
Bei einem der Räder ist hinten nach 500km eine Speiche gebrochen. Ansonsten hatte es keine Defekte gegeben. Ich habe bei "meinem" Brompton den Sattel gegen einen viel bequemeren und genauso leichten "Selle Italia" X2 getauscht, da mir das Original zu unbequem war.
Bei Brompton: http://www.brompton.co.uk In Österreich: http://www.fahrrad.co.at und http://www.fahrrad.co.at/downl/preisbrompton.pdf In Deutschland: http://www.voss-spezialrad.de In der Schweiz: http://www.diverso.ch Ein Tipp für fernreisende Bromptonfans: Die Firma Weber-Products erzeugt einen kleinen zusammenlegbaren, leichten und ebenfalls gefederten Einradanhänger, der auf Bestellung direkt ab Werk speziell für Falträder adaptiert wird. Der Weber-Monoporter, in der Art wie das Brompton und meiner Meinung nach gut dazu passend: kleines Packmaß, leicht, gefedert und gute Qualität hat eben ihren Preis: http://www.weber-products.de/monoporter/index.html Da man das Brompton ausstatten kann wie man will, oder wie es der jeweilige Händler im Programm hat, empfiehlt es sich die technische Ausstattung samt aktuellen Preisen dort zu erfragen. Die Modelle der "L"-Reihe haben eine Gangschaltung und Schutzbleche, die der "R"-Reihe zusätzlich einen Gepäckträger. Die Ziffer kennzeichnet die Anzahl der Gänge. "D" kennzeichnet Modelle mit einer Dynamoanlage, "X" besonders leichte Ausführungen mit Vordergabel und Hinterbau sowie Sattelstange aus Titan. Hier nur ein paar Eckdaten die meistens gleich sind, der Rest samt verschiedenen Optionen läßt sich nachrüsten.
Servicefreundlichkeit (Radausbau vorne):++++ > bei Nabendynamo: ++ Servicefreundlichkeit (Radausbau hinten):+ (am besten pannensichere Reifen verwenden) Leichtlauf:+++++ Fahrverhalten:+++++ Dämpfung vorne:+++ Dämpfung hinten:+++++ Ständerfunktion:+++ Gepäckträger:++ Faltvorgang:+++++ Zeit des Faltvorgangs:+++++ Entfaltung bisherige Modelle (Test): 3,22 - 6,87m bei einem 50er Blatt ab Modelle 2009 >Entfaltung: 2,63 -7,93m mit 50er Kettenblatt, Meter pro Kurbelumdrehung, mit 44er : 2,31 - 6,98m |