Testbericht und Vorstellung PATRIA-Fahrräder
HANDMAKE BIKES





Wir stellen die Firma PATRIA und ihre handgebauten Fahrräder vor. Was man sich in heutigen Zeiten kaum vorstellen kann, es gibt in Deutschland in der Nähe von Bielefeld einen kleinen Familienbetrieb mit einigen wenigen Angestellten wo jedes der dort gebauten Räder vollständig handgefertigt wird.
Die Konstruktionen werden von Herrn Jochen Kleinebenne, dem Geschäftsführer entworfen.

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Nach Herstellung eines Prototyps des jeweiligen Modells werden Feinheiten nachgebessert bis das Rad für Jedermann/-frau optimal dem jeweiligen Einsatzzweck entspricht.

Dann wird die Modellreihe um das neue Modell erweitert. So sind in den letzten Jahrzenten seit bestehen der Marke PATRIA von 1898 bis heute unzählige Räder entstanden, von denen es zur Zeit 19 Modelle in je mindestens 7 verschiedenen Rahmenhöhen gibt. (Stand Ende 2011)
Jeder Rahmen wird von Hand gelötet, es gibt unter diesem Link ein schönes Video auf dem das ganz genau zu sehen ist: http://vimeo.com/13618028 Der Wahlspruch von PATRIA, der sofort auf der Homepage auffällt: "Willkommen bei Patria Fahrräder, Bauen nach Maß - Fahren mit Spaß" ist eine Einladung für das Radlerherz das Wert auf langlebige Qualität legt. Das Rad für ewig sozusagen. Dann wird die Modellreihe um das neue Modell erweitert.

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Das besondere beim Kauf der handgebauten Fahrräder von PATRIA ist, dass sich jeder Kunde vorab im Internet, am sogenannten Konfigurator sein Rad selbst zusammenstellen kann, und zwar in unzähligen Farben, Rahmenhöhen und -formen und natürlich unzähligen selbstgewählten Ausstattungsdetails.


Der PATRIA- Radkonfigurator: http://konfigurator.patria.net

Ein PRAXIS-Beispiel:
Ich öffne den Konfigurator, klicke sagen wir einmal das Modell "Boston" an, wähle die Schaltung aus die ich mir vorstelle, im speziellen Fall ein PATRIA Modell Boston/ Damen Trapez Rahmen/ Farbe "Elfenbein" /Ausstattung Deore 27 Gang.   Allein dieses Modell gibt es in 18 verschiedenen Rahmenformen und Höhen.
Es gibt den klassischen "Herrenrad" Rahmen im Fachjargon Diamantrahmen genannt, das "Curve Cross" und das "Trapez Cross" beide für Frauen, das eine mit sehr tiefem Durchstieg, das andere mit sehr steifen verwindungsarmen Rahmenrohren.

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Wir entscheiden uns als TESTMODELL ein Damen Trapez Cross in Rahmenhöhe 47cm mit extralanger Sattelstütze zu nehmen, damit auch alle von uns damit fahren können.
Sofort rechnet der Konfigurator den Verkaufspreis in Euro aus. (Außerhalb von Deutschland muss man auch "Versand mit Transportkostenanteil" eingeben)
Aber wir wollen ein paar Abweichungen vom angezeigten Vorschlag, die Originalausstattung genügt nicht unseren perfektionswütigen Ansprüchen.
Also nehmen wir einmal aus optischen Gründen die Teile des Rades in der Farbe schwarz, die Gepäckträger in silber, das müsste doch edel aussehen.
Dann kommt noch ein stabiler Taschenträger für hinten, ein Lowrider und Vordergepäckträger für vorne drauf, wir entscheiden uns für den "HEBIE" Titan, den gibt es in allen drei von uns präferierten Ausführungen.


Da wir schon dabei sind nehmen wir noch den leichten "HEBIE" Doppelbeinständer 690T, "HEBIE" Steckschutzbleche und einen "HEBIE" Kettenschutz: http://www.hebie.de
Auch ein verstellbarer Lenker und ein verstellbarer Vorbau wären sehr brauchbar für unseren TEST, so gesehen ebenfalls in Deutschland bei Fa. "Humpert". Wir ordern dort für unser Testrad den verstellbaren Tourenlenker "Ergotec AHS-Premium", dazu den ebenfalls verstellbaren Ahead-Vorbau "Octopus2 25.4", leichte "X-Tasy Pedale 191" mit Industrielagern und Gummiauflage und eine 400mm lange, dennoch leichte Sattelstütze Modell "Hook" der gleichen Firma "Humpert", alles im selben Look versteht sich: http://www.humpert.com

Da wir schon im komplettieren mit Spezialteilen sind ersuchen wir die Firma "Busch und Müller" um eine sehr helle leichtgängige Lichtanlage und bekommen den Scheinwerfer "LUMOTEC IQ Cyo plus" mit 60 Lux, den "DYMOTEC 6" Leichtlauf-Seitendynamo und ein "TOPLIGHT Flat plus" Diodenrücklicht mit Standlicht gesponsert: http://www.bumm.de/produkte.html
Diese Ausstattung wird im Normalfall teuer, so entschließen wir uns von Fa. "PITLOCK" das Komponentensicherungssystem hinzuzunehmen um die einzelnen Komponenten diebstahlsicher zu schützen, die Laufräder, den Sattel samt Sattelstütze, die Lampe samt Lampenhalter, die Gabel, den Vorbau und die einzelnen Bremsen: siehe Artikel über Pitlock. Dieses System kann man bei PATRIA auch Original über den Konfigurator bestellen.
 
Da manche der von uns für den TEST gewünschten Teile in dieser Form bei PATRIA im regulären Programm nicht zur Verfügung standen, haben wir sie über die Firmen "HEBIE", "HUMPERT", "BUSCH & MÜLLER" und Fa. "PITLOCK" geordert, wir bedanken uns herzlich für das Sponsoring bei diesen 4 Firmen.
Bei "das Taschenfahrrad" in 1020 Wien,- dort gibt es die PATRIA Fahrräder wenn man danach fragt auf Kundenbestellung-, hat uns der Mechaniker das bestellte Test-Fahrrad dann mit diesen Extrateilen "getunt".
Ansonsten kann man sich das Rad in allen nur vorstellbaren Varianten im PATRIA Konfigurator selbst zusammenstellen, fix und fertig, den Verkaufspreis ausrechnen lassen und dann das Rad mit der individuellen Konfigurator-Nummer beim PATRIA Händler nach Wahl in genau dieser Form für sich bestellen.
Die Lieferzeit beträgt nach Angaben vom Werk 3-5 Wochen je nach Anspruch und Saisonzeitpunkt. Unser Modell hatte ab Bestellung 3 Wochen gedauert, es wurde also relativ schnell geliefert. Der engagierte PATRIA Händler hat entweder einen Velo-Checker von Patria, dort stehen oder er kennt sich gut bei Rahmenkonstruktionen und den richtigen Anpassungen aus. In Österreich gibt es nur wenige Händler wo man die Patria Räder bekommt, wie z.B.: auf Bestellung und gegen Anzahlung bei Fa. Marek in 1150 Wien, Ullmannstraße 65/ Tel.: 893 62 59 http://www.bikespirit.at/marek.htm oder bei "das Taschenfahrrad" in 1020 Wien, Leopoldsgasse 28/ Tel.: 0699/104 318 86. In Deutschland und in der Schweiz gibt es viele Händler wo man Patria Räder bekommt, siehe Homepage von Patria/Händler.


Technische Ausstattung des TEST-Rades "Patria Boston":

Rahmen: handgelötet in Muffenbauweise mit Chrom-Molybdänstahl 25CrMo4 und geschmiedeten Ausfallenden
Rahmenform: Damen Trapezform mit verstärktem Hinterbau, RH: 47cm.
Gabel: Unicrown Leichtstahl mit durchgelöteten Lowriderbuchsen
Steuerung: Humpert "X-Tasy  A101G" gedichtet, mit Industrielagern
Ausstattungsgruppe: "Shimano" Deore 21 Gang mit Alivio Schalt- und Bremsarmaturen, "Suntour" Kettenradgarnitur 28/38/50 mit "Shimano" Deore XT-Tretlager und Umwerfer "Suntour" Scrambler, Übersetzung hinten "Shimano" Deore LX 13-34 Zähne, "Shimano" Deore Naben hinten und vorne
Felgen: "Ambrosio" Hohlkammer geöst 36 Loch, DT Nirostaspeichen
Reifen: "Schwalbe" Marathon XR 50-622/ 28" x 2,00 / "Schwalbe" Schläuche mit Autoventilen
Sattel: "Selle Italia" X-Lady mit Lederüberzug
Sattelstütze: Patentsattelstütze Humpert "Hook" 400mm
Lenker und Vorbau: Humpert "Ergotec" in unzähligen Winkeln verstellbar
Pedale: Humpert "X-Tasy" Gummiblock mit wartungsfreien Industrielagern
Gepäckträger: Hebie "Expedition" mit Federklappe, Hebie Vordergepäckträger "Gepäckträger 135" und daran befestigter "Lowrider 195" ebenfalls von Hebie
Ständer: Hebie Zweibeinständer "690T" 2-Komponenten GFK
Schutzbleche: Hebie "Viper 751" für optimalen Reifendurchlauf
Kettenschutz: Hebie "CHAINWING 320" (während des Test`s abmontiert weil die Tester nur mit Radhosen fuhren und uns die Optik ohne Kettenschutz besser gefiel) 
Lichtanlage: Busch & Müller Scheinwerfer am Vordergepäckträger "Lumotec IQ Cyo plus", Busch & Müller Rücklicht am Gepäckträger "Toplight Flat plus", Busch & Müller Seitenlaufdynamo links am Hinterbau montiert, "Dymotec 6", mit verstellbarem Andruckwinkel
Flaschenhalter: "Elite" schwarz.
Gewicht in obiger Komplettausstattung: 17,2 kg 
Das Besondere zum Rahmen der das Herzstück eines jeden Rades ist:
Das was darauf und daran geschraubt wird, ist um es als Vergleich auszudrücken, wie das Gewand am Menschen. Was ein Mensch ist und darstellt ist sein Inneres und nicht die Bekleidung die nur sein Image prägt. Genau so ist es bei jedem Fahrradrahmen. Das wie das Rad fährt und was es aushält zeigt der Rahmen und nicht die Teile die daran geschraubt sind. Natürlich machen auch gute Teile etwas aus, aber all das nützt nichts wenn der Rahmen qualitativ minderwertig oder von Werk aus "verzogen" gefertigt und im Nachhinein künstlich gerade gezogen wurde, so wie das bei vielen so genannten Discount- und "Billigrädern" der Fall ist.
Klar für einen Laien ist der Unterschied nicht ersichtlich, aber der Unterschied beim Fahren ist für jede/n ersichtlich. Denn der Charakter des Fahrrades, sein Fahrverhalten und seine Ergonomie werden entscheidend vom Rahmen beeinflußt.


Seine Geometrie bestimmt die spätere Sitzhaltung und die für das Fahrverhalten wichtigen Maße wie Radstand, Sitzwinkel, Nachlauf und Lenkwinkel. Optimal ist ein guter hochwertig gefertigter Rahmen wie ihn nur professionelle Hersteller anbieten und dann noch zusätzlich gute Teile darauf. Wie man so schön sagt: "Der Preis macht die Musik", das stimmt leider auch in diesem Fall.
Wer schon einmal ein handgefertigtes Fahrrad sein Eigen nannte wird wissen was ich meine. Denn handgefertigte Räder werden speziell auf die Fahrerin/ den Fahrer zugeschnitten und zwar sowohl in der Größe als auch in der Länge und in der Sitzhaltung, die sie/er sich wünscht.

Damit erhält man die Möglichkeit, die eigenen individuell  formulierten  Bedürfnisse so auszudrücken, dass diese dann in einem hochwertigen Fahrrad umgesetzt werden können, damit die Freude um das Fahrvergnügen lange währt

So entsteht ein maßgeschneidertes Fahrrad, in meiner Lieblingsfarbe, mit diesen Teilen bestückt die für mich am besten und brauchbarsten sind. Ein guter Radhändler ist auch ein guter Beratungs"partner", der meine Wünsche am treffendsten erkennt und an meinem Lieblingsmodell von PATRIA umsetzen und für mich genau so bestellen kann.

Die PATRIA Fahrrad Manufaktur:
Made in Germany - ist hierbei wörtlich zu verstehen. Denn die Rahmen werden seit 1950 in Bielefeld konstruiert und gebaut (siehe Videoclip oben).
1950 gründete Ernst Kleinebenne die Fahrradmanufaktur. Unter dem traditionellen Markennamen PATRIA werden nun schon in der 3. Generation handwerklich hochwertige Qualitätsfahrräder gebaut. Jahrzehntelange Erfahrung, weitergegebenes Wissen und der Wille zu Außergewöhnlichem brachten innovative Konstruktionen und Entwicklungen im Fahrradbereich hervor.
So wird konsequent die Ursprungsidee verfolgt, das optimale Rad für das individuelle menschliche Bedürfnis zu entwickeln.

Die idealistische Aufgabe lautet, ein zum Körper passendes Fahrrad zu bauen, das den Anforderungen an Qualität, Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit gerecht wird. Auf dem sich die Kundin/der Kunde wohlfühlt und auf das sie/er sich in jeder Situation verlassen kann. Die PATRIA Fahrradmanufaktur baut hauptsächlich mit hochwertigen Stahlrahmen ihre Räder, denn Stahl ist schon lange einer der haltbarsten und reparaturfähigsten Werkstoffe für ein leichtes und zugleich hoch belastbares Fahrrad. Unter den modernen Materialien ist es der Stahl, der Leichtbau erlaubt und gleichzeitig die meisten Sicherheiten bietet.


Durch langjährige Erfahrung in Theorie und Praxis, durch profundes Wissen und dem Einsatz moderner CAD-Verfahren wird jedes Fahrrad für seinen optimalsten Anwendungsbereich hergestellt.


Ein Stahlrahmen bietet auch bei Spitzenbelastung ausreichende Reserven. Durch spezielle Legierungen und aufwändige Ver­arbeitung kann eine besonders hohe Festigkeit des Rohres gewährleistet werden. Mehrfach gezogene, dünnwandige Präzisionsrohre aus Chrom-Molyb­dänstahl 25CrMo4 von "Poppe & Potthoff" kommen im PATRIA-Rahmen zum Einsatz. Mehrfach konifizierte Columbus- und Dedacciai-Rohrsätze finden in den Renn­rahmen Verwendung. Die veredelten Rohre müssen schonend verarbeitet werden, daher werden bei PATRIA die Rahmenrohre durch traditionelles Löten mit einer altbewährten Technik verbunden: mit Muf­fen.

Die Materialfestigkeit wird durch das Löten von Hand erhalten, hierbei wird das Rohr nur bis zu der Temperatur des niedrigschmelzenden Lotes erwärmt.

Dies geschieht kontrolliert und nur für kurze Zeit, damit die Festigkeit der Rohre erhalten bleibt.
Es gibt zahlreiche automatisierte oder halbautomatisierte Verfahren, doch keines nutzt so konsequent den Werkstoff aus wie das Löten von Hand. Diese aufwändige Arbeitsweise bei der Rahmenherstellung ist unter allen Fahrradherstellern etwas Besonderes, denn dieser komplexe Arbeitsgang kann nur mit viel handwerklicher Erfahrung und Materialkenntnissen einwandfrei ausgeführt werden. Das schlägt sich natürlich auch preislich nieder, vergleichbar mit Schuhen nach Maß. Handarbeit ist eben verständlicherweise teurer als industrielle Massenfertigung durch Schweißroboter.

Ein PATRIA Fahrrad ist eben echte Handarbeit, man erhält einen Mehrwert an Haltbarkeit und Fahrfreude, der auch nach unzähligen Jahren noch Fahrradspaß erlaubt.

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PATRIA gewährt deswegen 15 Jahre Garantie auf Stahlrahmen als Zeugnis besonderer Qualität.
Auch bei der Montage des fertigen Rahmens zum fertigen Fahrrad wird höchster Wert auf Handarbeit gelegt, höchstens zwei Monteure sind mit dem Zusammenbau eines Fahrrades betraut. Durch diese geringe Arbeitsteilung hat jeder Mitarbeiter mehr Verantwortung. Zugunsten der Qualität wird bei der Montage auf Druckluftwerkzeuge verzichtet, denn diese sind ungenau. Stattdessen bekommt auch hier die Handarbeit den Vorzug.
Im Detail liegt der Unterschied, deswegen wird bei der Ausstattung der PATRIA-Fahrräder darauf besonderen Wert gelegt. Nur bekannte und bewährte Teile überwiegend europäischer Hersteller werden eingesetzt.

Schließlich ist es für die Fahrer wichtig, dass sie auch nach Jahren noch die passenden Ersatzteile für ihr Fahrrad bekommen. Es werden, soweit wie möglich, V2A-Schrauben (Nirosta) eingesetzt. Durch die Nähe zu den Lieferanten kann PATRIA außerdem Produktverbesserungen direkter anregen. Vom Rahmenbau bis zur Montage garantiert PATRIA für Qualität bis ins Detail.
Nun zur Lackierung, denn eine gute Lackierung ist nicht nur für das Auge wichtig. Sie hat auch die Aufgabe, den Rahmen vor Korrosion zu schützen. Dafür sind wichtige Vorarbeiten zu leisten: als erstes wird der Rahmen mit Stahlschrot bestrahlt, so entfettet und von Lotresten befreit. Anschließend wird eine Rostschutz-Grundierung aufgetragen, die dem Rahmen Passivschutz bei eventuellen Beschädigungen bietet. Ein "Unterrosten" ist nicht mehr möglich.


Darauf folgt erstmal eine widerstandsfähige Poly-Coat Pulverbeschichtung. Darüber wird die gewünschte Farbe lackiert. Abschließend erhält der Rahmen noch einmal eine letzte Poly-Coat Pulverbeschichtung, die als Klarlack die Oberfläche versiegelt und schützt. Die Lackierung der PATRIA Fahrräder ist umweltfreundlich, denn die Pulverbeschichtungen sind lösemittelfrei.

Im färbigen PATRIA Katalog bzw. auf der Internetseite von PATRIA ist jedem Fahrradmodell eine Sitzhaltung zugeordnet, so kann man schneller sehen welches Modell am besten für die eigene Anforderung geeignet erscheint, letztendlich bestimmen aber die individuellen Körperproportionen die optimale Modellauswahl.

Wenn man sich für ein Modell entschieden hat, wird als er­stes die Rahmenhöhe bestimmt. Mit der Rahmenhöhe wird üblicherweise auch die gesamte Abmessung festgelegt, sofern man nicht eine spezielle eigene Geometrie vorzieht, dafür gibt es den Sonderrahmen nach freier Maßanfertigung, der aber aufgezahlt werden muss, im Schnitt ¤ 140,00 extra. Der Abstand zwischen Sattel und Lenker kann variiert wer­den, indem man andere Vorbaulängen und/oder andere Lenker probiert. Wem diese Maßnahme nicht ausreicht, dem kann das Rad auch auf Wunsch mit einer anderen Oberrohrlänge gebaut werden, sofern das Fahrrad exakt an den Menschen angepasst werden soll.

Kurz zur richtigen Einstellung der Sitzhaltung am Fahrrad (www.patria.net):

Die korrekt eingestellte Sattelhöhe soll ein ermüdungs­freies Fahren gewährleisten. Das Mindestmaß für die Sattelhöhe ist die Einstellung, bei der man mit durchgestrecktem Bein die Ferse auf das unten stehende Pedal stellen kann.

Diesen Test sollte man unbedingt in der angestrebten Fahrhaltung (z.B. geneigte Sitzposition) und mit Schuhen durchführen, weil sich die Höhe des Hüftgelenks mit der Stellung des Beckens auf dem Sattel ändert (bei Männern um mehrere Zentimeter).

Ein zu tief eingestellter Sattel kostet unnötig Kraft und kann das Kniegelenk schädigen. Wenn man nach einiger Eingewöhnungszeit auf dem Rad das Gefühl hat, eine andere Sattelhöhe wäre besser, dann sollte man diese ausprobieren.

Um die korrekte Sattelhöhe zu testen, setzt man die Füße mit dem Vorfuß (Fußballen) auf die Pedale und tritt locker rund. Wenn der Fuß die unterste Pedalstellung durchläuft, dann sollte keine Beckenbewegung zu bemerken sein. Ein Absinken des Beckens in diesem Moment zeigt eine zu hohe Sattelposition an.
Der Sattel sollte tiefer eingestellt werden. 


Bezüglich der Rahmenlänge gilt der Merksatz: Wenn die Merkmale "leicht gebogene Wirbelsäule" und "rechter Winkel" erfüllt sind, sollte man in der Lage sein, mit leicht angewinkelten Armen und ohne hohe Belastung der Hände auf dem Fahrrad zu sitzen. Wenn die Arme gestreckt wer­den und womöglich im Ellenbogengelenk "einrasten", ist das immer ein Zeichen dafür, dass zu viel Last auf den Hän­den liegt. Sollte das trotz der erfüllten Bedingungen der Fall sein, kann es bedeuten, dass die Rückenmuskulatur für diese Sitzposition nicht oder noch nicht geeignet ist.
Der Lenker kann in diesem Fall ein Stück höher gestellt werden. Wichtig ist dabei, dass der Abstand zwischen Sattel und Lenker gleich bleibt, weil sonst der 90° Winkel verlassen wird.


Nun zum Ergebnis unseres Fahrrad Tests:
Einsatzbereich: Stadt-, Touren-, Ausflugsfahrten, Reisen, auch im Winter fahrbar, ein 4 Jahreszeiten-Fahrrad.
Garantie auf Rahmen: 15 Jahre, auf Gabel und Teile: 2 Jahre.
Das PATRIA "Boston" besitzt eine spurgetreue Geometrie, der Trapez-Rahmen ist stabil verarbeitet und besticht auf gerader Strecke mit flatterfreiem Fahrverhalten bei voller Gepäckbeladung. Bergab mit über 50km/h wirds wackelig, hierbei empfiehlt es sich den Lenker gut festzuhalten, zumindest wenn das Rad vorne und hinten voll beladen ist. Wer die Absicht hat viele Bergstraßen und Abfahrten zu fahren, der sollte eher zu dem Herrenrahmen greifen, der Hinterbau mit den zusätzlichen Streben beim Trapez-Rahmen ist zwar verwindungssteif genug um hinten Gepäck mit bis zu 40 kg zu befördern, vorne sollten aber 10-15kg ausreichen, wenn man "bei Trost" bleiben will.

             
Die Dämpfung der 50mm breiten Marathon Reifen inklusive der Eigendämpfung des Rahmens reicht für Schotterstraßen und Kopfsteinpflaster völlig aus. Erst bei extrem holprigem Untergrund vermisst man schmerzlich eine Zusatzfederung zumindest für vorne. Auf normalen glatten Straßen gleitet das Rad flott dahin, obwohl das Lenkverhalten an einen am Boden klebenden Panzer erinnert, das kommt wahrscheinlich davon, dass die meisten von uns immer mit 559er (26" MTB Bereifung) fahren, die wesentlich agiler um die Kurve zischen. Ungewohnt in Geländepassagen ist auch das niedere Tretlager, aber das "Boston" ist eindeutig für Straßenfahrten prädestiniert, hier spielt es seine Stärken voll aus. Auch sehr lobenswert zu erwähnen ist die Pannensicherheit der "Schwalbe Marathon XR" Bereifung, während des ganzen Test`s über ein Jahr gab es keinen einzigen Platten. Mit der doch recht flotten Übersetzung ist man sehr schnell unterwegs, der Fahrkomfort ist ausgezeichnet, auch lange Strecken können erstaunlich speedig zurückgelegt werden.

Obwohl das Rad vor allem mit dieser überkompletten Ausstattung kein Leichtgewicht ist, fährt es sich zügig den Berg hinauf, der minimale Berggang 28/34 braucht nur mit Gepäck verwendet zu werden, ohne Beladung tut es der 38/34 vollauf. Durch den verstellbaren Aheadvorbau auf einem 1" Adapter sitzt der Lenker sehr dicht am Rahmen, was sich günstig auf die Verwindungsarmut des Vorderbau`s auswirkt. Auch Fahrten im Wiegetritt lassen sich so mühelos meistern. Der verstellbare "Ergotec AHS" Lenker der deutschen Fa. Humpert muss extra gelobt werden, nicht nur, dass der Lenker extrem steif und verwindungsfrei ist, die Möglichkeiten der Verstellbarkeit sind genial.

So kann der Lenker unter anderem auch vollständig zusammen geklappt werden, was bei Zugtransporten einen erheblichen Vorteil darstellt. Die Gepäckträger der Fa. Hebie sind für starke Belastung ausgelegt und halten was sie versprechen, auch der Doppelbeinständer sorgt für guten Stand auf fast jedem Gelände, nur auf schrägen Hängen wäre ein Hinterbauständer eventuell besser gewesen. Auch ein Hammer ist die Lichtanlage von "Busch & Müller", der 60 Lux Scheinwerfer "Lumotec IQ" verwandelt selbst dunkle Landstraßen in ein gut sichtbares Lichtfeld, das Standlicht im Scheinwerfer reicht aus um Hinweisschilder am Straßenrand zu lesen und der Seitenläuferdynamo "Dymotec 6" surrt leise bei jedem Wetter dahin. Praktisch ist, dass man ihn tagsüber einfach wegschalten kann, bei Nabendynamos geht das eben leider nicht so leicht, die laufen auch bei Tag mit. (Ausnahmen: der SON und der Shimano XT Sportnabendynamo)



                              
Abgesehen vom gut verarbeiteten Rahmen bringt auch die übrige Ausstattung viel Freude und Fahrspaß mit sich.
FAZIT:

Unauffälliges, schlichtes Stadt-, Touren- und Reiserad, moderates Gewicht, ausgezeichnete technische Ausstattung mit hoher Funktionalität für den anspruchsvollen Radfahrer, aufrechte bis sportliche Sitzhaltung möglich, simpel und einfach ohne aufwändiges Schnick Schnack.
Der Preis richtet sich nach der jeweiligen Ausstattung, Das PATRIA Boston gibt es ab
¤ 1.220,00
aufwärts. (Stand Ende 2011)

Plus-Minus-Liste (in Relation zum Verkaufspreis):
Montagezustand +++++
Gebrauchsanweisung +++
Servicefreundlichkeit (Radausbau) vorne    +++++   
Servicefreundlichkeit (Radausbau) hinten    ++++       
Sitzposition    +++++
Sitzkomfort    ++
Leichtlauf    +++++       
Schaltung    +++
Bremsen    +++       
Lichtanlage    +++++
Ständer                ++++
Gepäckträger    +++++
Federung vorne    keine
Federung hinten    keine

Eine Übersicht über die einzelnen Händler findet man unter: http://www.patria.net/fachhaendler       
http://www.patria.net/home