| Testbericht
und
Vorstellung PATRIA-Fahrräder HANDMAKE BIKES |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Wir stellen die Firma PATRIA und ihre handgebauten Fahrräder vor. Was man sich in heutigen Zeiten kaum vorstellen kann, es gibt in Deutschland in der Nähe von Bielefeld einen kleinen Familienbetrieb mit einigen wenigen Angestellten wo jedes der dort gebauten Räder vollständig handgefertigt wird. Die Konstruktionen werden von Herrn Jochen Kleinebenne, dem Geschäftsführer entworfen.
Nach Herstellung eines Prototyps des jeweiligen Modells werden Feinheiten nachgebessert bis das Rad für Jedermann/-frau optimal dem jeweiligen Einsatzzweck entspricht.
Das besondere beim Kauf der handgebauten Fahrräder von PATRIA ist, dass sich jeder Kunde vorab im Internet, am sogenannten Konfigurator sein Rad selbst zusammenstellen kann, und zwar in unzähligen Farben, Rahmenhöhen und -formen und natürlich unzähligen selbstgewählten Ausstattungsdetails.
Sofort rechnet der Konfigurator den Verkaufspreis in Euro aus. (Außerhalb von Deutschland muss man auch "Versand mit Transportkostenanteil" eingeben) Aber wir wollen ein paar Abweichungen vom angezeigten Vorschlag, die Originalausstattung genügt nicht unseren perfektionswütigen Ansprüchen. Also nehmen wir einmal aus optischen Gründen die Teile des Rades in der Farbe schwarz, die Gepäckträger in silber, das müsste doch edel aussehen. Dann kommt noch ein stabiler Taschenträger für hinten, ein Lowrider und Vordergepäckträger für vorne drauf, wir entscheiden uns für den "HEBIE" Titan, den gibt es in allen drei von uns präferierten Ausführungen.
Da wir schon im komplettieren mit Spezialteilen sind ersuchen wir die Firma "Busch und Müller" um eine sehr helle leichtgängige Lichtanlage und bekommen den Scheinwerfer "LUMOTEC IQ Cyo plus" mit 60 Lux, den "DYMOTEC 6" Leichtlauf-Seitendynamo und ein "TOPLIGHT Flat plus" Diodenrücklicht mit Standlicht gesponsert: http://www.bumm.de/produkte.html Diese Ausstattung wird im Normalfall teuer, so entschließen wir uns von Fa. "PITLOCK" das Komponentensicherungssystem hinzuzunehmen um die einzelnen Komponenten diebstahlsicher zu schützen, die Laufräder, den Sattel samt Sattelstütze, die Lampe samt Lampenhalter, die Gabel, den Vorbau und die einzelnen Bremsen: siehe Artikel über Pitlock. Dieses System kann man bei PATRIA auch Original über den Konfigurator bestellen. Da manche der von uns für den TEST gewünschten Teile in dieser Form bei PATRIA im regulären Programm nicht zur Verfügung standen, haben wir sie über die Firmen "HEBIE", "HUMPERT", "BUSCH & MÜLLER" und Fa. "PITLOCK" geordert, wir bedanken uns herzlich für das Sponsoring bei diesen 4 Firmen. Bei "das Taschenfahrrad" in 1020 Wien,- dort gibt es die PATRIA Fahrräder wenn man danach fragt auf Kundenbestellung-, hat uns der Mechaniker das bestellte Test-Fahrrad dann mit diesen Extrateilen "getunt". Ansonsten kann man sich das Rad in allen nur vorstellbaren Varianten im PATRIA Konfigurator selbst zusammenstellen, fix und fertig, den Verkaufspreis ausrechnen lassen und dann das Rad mit der individuellen Konfigurator-Nummer beim PATRIA Händler nach Wahl in genau dieser Form für sich bestellen.
Technische Ausstattung des TEST-Rades "Patria Boston": Rahmen: handgelötet in Muffenbauweise mit Chrom-Molybdänstahl 25CrMo4 und geschmiedeten Ausfallenden Rahmenform: Damen Trapezform mit verstärktem Hinterbau, RH: 47cm. Gabel: Unicrown Leichtstahl mit durchgelöteten Lowriderbuchsen Steuerung: Humpert "X-Tasy A101G" gedichtet, mit Industrielagern Ausstattungsgruppe: "Shimano" Deore 21 Gang mit Alivio Schalt- und Bremsarmaturen, "Suntour" Kettenradgarnitur 28/38/50 mit "Shimano" Deore XT-Tretlager und Umwerfer "Suntour" Scrambler, Übersetzung hinten "Shimano" Deore LX 13-34 Zähne, "Shimano" Deore Naben hinten und vorne Felgen: "Ambrosio" Hohlkammer geöst 36 Loch, DT Nirostaspeichen Reifen: "Schwalbe" Marathon XR 50-622/ 28" x 2,00 / "Schwalbe" Schläuche mit Autoventilen Sattel: "Selle Italia" X-Lady mit Lederüberzug Sattelstütze: Patentsattelstütze Humpert "Hook" 400mm Lenker und Vorbau: Humpert "Ergotec" in unzähligen Winkeln verstellbar Pedale: Humpert "X-Tasy" Gummiblock mit wartungsfreien Industrielagern Gepäckträger: Hebie "Expedition" mit Federklappe, Hebie Vordergepäckträger "Gepäckträger 135" und daran befestigter "Lowrider 195" ebenfalls von Hebie Ständer: Hebie Zweibeinständer "690T" 2-Komponenten GFK Schutzbleche: Hebie "Viper 751" für optimalen Reifendurchlauf Kettenschutz: Hebie "CHAINWING 320" (während des Test`s abmontiert weil die Tester nur mit Radhosen fuhren und uns die Optik ohne Kettenschutz besser gefiel) Lichtanlage: Busch & Müller Scheinwerfer am Vordergepäckträger "Lumotec IQ Cyo plus", Busch & Müller Rücklicht am Gepäckträger "Toplight Flat plus", Busch & Müller Seitenlaufdynamo links am Hinterbau montiert, "Dymotec 6", mit verstellbarem Andruckwinkel Flaschenhalter: "Elite" schwarz. Gewicht in obiger Komplettausstattung: 17,2 kg Das Besondere zum Rahmen der das Herzstück eines jeden Rades ist: Das was darauf und daran geschraubt wird, ist um es als Vergleich auszudrücken, wie das Gewand am Menschen. Was ein Mensch ist und darstellt ist sein Inneres und nicht die Bekleidung die nur sein Image prägt. Genau so ist es bei jedem Fahrradrahmen. Das wie das Rad fährt und was es aushält zeigt der Rahmen und nicht die Teile die daran geschraubt sind. Natürlich machen auch gute Teile etwas aus, aber all das nützt nichts wenn der Rahmen qualitativ minderwertig oder von Werk aus "verzogen" gefertigt und im Nachhinein künstlich gerade gezogen wurde, so wie das bei vielen so genannten Discount- und "Billigrädern" der Fall ist. Klar für einen Laien ist der Unterschied nicht ersichtlich, aber der Unterschied beim Fahren ist für jede/n ersichtlich. Denn der Charakter des Fahrrades, sein Fahrverhalten und seine Ergonomie werden entscheidend vom Rahmen beeinflußt.
Damit erhält man die Möglichkeit, die eigenen individuell formulierten Bedürfnisse so auszudrücken, dass diese dann in einem hochwertigen Fahrrad umgesetzt werden können, damit die Freude um das Fahrvergnügen lange währt So entsteht ein maßgeschneidertes Fahrrad, in meiner Lieblingsfarbe, mit diesen Teilen bestückt die für mich am besten und brauchbarsten sind. Ein guter Radhändler ist auch ein guter Beratungs"partner", der meine Wünsche am treffendsten erkennt und an meinem Lieblingsmodell von PATRIA umsetzen und für mich genau so bestellen kann. Die PATRIA Fahrrad Manufaktur: Made in Germany - ist hierbei wörtlich zu verstehen. Denn die Rahmen werden seit 1950 in Bielefeld konstruiert und gebaut (siehe Videoclip oben). 1950 gründete Ernst Kleinebenne die Fahrradmanufaktur. Unter dem traditionellen Markennamen PATRIA werden nun schon in der 3. Generation handwerklich hochwertige Qualitätsfahrräder gebaut. Jahrzehntelange Erfahrung, weitergegebenes Wissen und der Wille zu Außergewöhnlichem brachten innovative Konstruktionen und Entwicklungen im Fahrradbereich hervor. So wird konsequent die Ursprungsidee verfolgt, das optimale Rad für das individuelle menschliche Bedürfnis zu entwickeln.
Durch langjährige Erfahrung in Theorie und Praxis, durch profundes Wissen und dem Einsatz moderner CAD-Verfahren wird jedes Fahrrad für seinen optimalsten Anwendungsbereich hergestellt.
Die Materialfestigkeit wird durch das Löten von Hand erhalten, hierbei wird das Rohr nur bis zu der Temperatur des niedrigschmelzenden Lotes erwärmt.
Ein PATRIA Fahrrad ist eben echte Handarbeit, man erhält einen Mehrwert an Haltbarkeit und Fahrfreude, der auch nach unzähligen Jahren noch Fahrradspaß erlaubt.
Darauf folgt erstmal eine widerstandsfähige Poly-Coat Pulverbeschichtung. Darüber wird die gewünschte Farbe lackiert. Abschließend erhält der Rahmen noch einmal eine letzte Poly-Coat Pulverbeschichtung, die als Klarlack die Oberfläche versiegelt und schützt. Die Lackierung der PATRIA Fahrräder ist umweltfreundlich, denn die Pulverbeschichtungen sind lösemittelfrei. Im färbigen PATRIA Katalog bzw. auf der Internetseite von PATRIA ist jedem Fahrradmodell eine Sitzhaltung zugeordnet, so kann man schneller sehen welches Modell am besten für die eigene Anforderung geeignet erscheint, letztendlich bestimmen aber die individuellen Körperproportionen die optimale Modellauswahl. Wenn man sich für ein Modell entschieden hat, wird als erstes die Rahmenhöhe bestimmt. Mit der Rahmenhöhe wird üblicherweise auch die gesamte Abmessung festgelegt, sofern man nicht eine spezielle eigene Geometrie vorzieht, dafür gibt es den Sonderrahmen nach freier Maßanfertigung, der aber aufgezahlt werden muss, im Schnitt ¤ 140,00 extra. Der Abstand zwischen Sattel und Lenker kann variiert werden, indem man andere Vorbaulängen und/oder andere Lenker probiert. Wem diese Maßnahme nicht ausreicht, dem kann das Rad auch auf Wunsch mit einer anderen Oberrohrlänge gebaut werden, sofern das Fahrrad exakt an den Menschen angepasst werden soll. Die korrekt eingestellte Sattelhöhe soll ein ermüdungsfreies Fahren gewährleisten. Das Mindestmaß für die Sattelhöhe ist die Einstellung, bei der man mit durchgestrecktem Bein die Ferse auf das unten stehende Pedal stellen kann. Diesen Test sollte man unbedingt in der angestrebten Fahrhaltung (z.B. geneigte Sitzposition) und mit Schuhen durchführen, weil sich die Höhe des Hüftgelenks mit der Stellung des Beckens auf dem Sattel ändert (bei Männern um mehrere Zentimeter). Ein zu tief eingestellter Sattel kostet unnötig Kraft und kann das Kniegelenk schädigen. Wenn man nach einiger Eingewöhnungszeit auf dem Rad das Gefühl hat, eine andere Sattelhöhe wäre besser, dann sollte man diese ausprobieren. Um die korrekte Sattelhöhe zu testen, setzt man die Füße mit dem Vorfuß (Fußballen) auf die Pedale und tritt locker rund. Wenn der Fuß die unterste Pedalstellung durchläuft, dann sollte keine Beckenbewegung zu bemerken sein. Ein Absinken des Beckens in diesem Moment zeigt eine zu hohe Sattelposition an. Der Sattel sollte tiefer eingestellt werden.
Nun zum Ergebnis
unseres Fahrrad Tests:
Die Dämpfung der 50mm breiten Marathon Reifen inklusive der
Eigendämpfung des Rahmens reicht für Schotterstraßen und
Kopfsteinpflaster völlig aus. Erst bei extrem holprigem Untergrund
vermisst man schmerzlich eine Zusatzfederung zumindest für vorne. Auf
normalen glatten Straßen gleitet das Rad flott dahin, obwohl das
Lenkverhalten an einen am Boden klebenden Panzer erinnert, das kommt
wahrscheinlich davon, dass die meisten von uns immer mit 559er (26" MTB
Bereifung) fahren, die wesentlich agiler um die Kurve zischen.
Ungewohnt in Geländepassagen ist auch das niedere Tretlager, aber das
"Boston" ist eindeutig für Straßenfahrten prädestiniert, hier spielt es
seine Stärken voll aus. Auch sehr lobenswert zu erwähnen ist die
Pannensicherheit der "Schwalbe
Marathon XR" Bereifung, während des ganzen Test`s über ein Jahr gab es
keinen einzigen Platten.
Mit der doch recht flotten Übersetzung ist man sehr schnell unterwegs,
der Fahrkomfort ist ausgezeichnet, auch lange Strecken können
erstaunlich speedig zurückgelegt werden.Einsatzbereich: Stadt-, Touren-, Ausflugsfahrten, Reisen, auch im Winter fahrbar, ein 4 Jahreszeiten-Fahrrad. Garantie auf Rahmen: 15 Jahre, auf Gabel und Teile: 2 Jahre. Das PATRIA "Boston" besitzt eine spurgetreue Geometrie, der Trapez-Rahmen ist stabil verarbeitet und besticht auf gerader Strecke mit flatterfreiem Fahrverhalten bei voller Gepäckbeladung. Bergab mit über 50km/h wirds wackelig, hierbei empfiehlt es sich den Lenker gut festzuhalten, zumindest wenn das Rad vorne und hinten voll beladen ist. Wer die Absicht hat viele Bergstraßen und Abfahrten zu fahren, der sollte eher zu dem Herrenrahmen greifen, der Hinterbau mit den zusätzlichen Streben beim Trapez-Rahmen ist zwar verwindungssteif genug um hinten Gepäck mit bis zu 40 kg zu befördern, vorne sollten aber 10-15kg ausreichen, wenn man "bei Trost" bleiben will.
Abgesehen vom gut verarbeiteten Rahmen bringt auch die übrige Ausstattung viel Freude und Fahrspaß mit sich. FAZIT: Unauffälliges, schlichtes Stadt-, Touren- und Reiserad, moderates Gewicht, ausgezeichnete technische Ausstattung mit hoher Funktionalität für den anspruchsvollen Radfahrer, aufrechte bis sportliche Sitzhaltung möglich, simpel und einfach ohne aufwändiges Schnick Schnack. Der Preis richtet sich nach der jeweiligen Ausstattung, Das PATRIA Boston gibt es ab ¤ 1.220,00 aufwärts. (Stand Ende 2011) Plus-Minus-Liste (in Relation zum Verkaufspreis): Montagezustand +++++ Gebrauchsanweisung +++ Servicefreundlichkeit (Radausbau) vorne +++++ Servicefreundlichkeit (Radausbau) hinten ++++ Sitzposition +++++ Sitzkomfort ++ Leichtlauf +++++ Schaltung +++ Bremsen +++ Lichtanlage +++++ Ständer ++++ Gepäckträger +++++ Federung vorne keine Federung hinten keine Eine Übersicht über die einzelnen Händler findet man unter: http://www.patria.net/fachhaendler http://www.patria.net/home |